Textfeld: Fédération Fribourgeoise des Sociétés de Pêche
Freiburgischer Verband der Fischervereine

Case postale  / Postfach 110               1702 Fribourg / Freiburg CH

Der Besatz

 

Unter Besatz wird die Bevölkerung von Gewässern mit Fischen verstanden. Das Ziel des Besatzes ist es, gute Fischbestände zu erhalten und den ungenügenden Bedingungen der Naturverlaichung (wie zerstörte oder nicht vorhandene Laichplätze) entgegenzutreten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Besatz ist oft notwendig, um Gewässer wieder bevölkern zu können, die für die Fische auf ihrem Laichzug nicht mehr erreichbar sind (unüberwindliche Wanderungs-hindernisse wie Dämme, Wasserfälle etc) Heute hat jedoch ein neues Denken eingesetzt, welches dem Schutz der natürlichen Umwelt grosse Bedeutung beimisst (Renaturierung)  Dies  führt zu anderen Verhaltensweisen, um die Risiken für die Wildtiere, die in den bisherigen Praktiken lagen, zu vermindern. Falls aber die Restaurierung der natürlichen Bedingungen aufgeschoben werden muss (oder nicht möglich ist), bleibt der Besatz eine nützliche und wirksame Technik, falls er überlegt und richtig durchgeführt wird

 

Der Besatz der Seen

Verschiedene Fischereivereine setzen im Herbst Hecht- und Zanderbrütlinge in den Seen des Kantons aus. Diese Wiederbevölkerung wird durch den kantonalen Fischereidienst verwaltet.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Besatz der Fliessgewässer

Der Freiburgische Verband der Fischereivereine bewirtschaftet zusammen mit seinen angeschlossenen Vereinen 72 Aufzuchtbäche. Im Frühling werden diese Bäche, die für die Patentfischerei nicht geöffnet sind, mit Forellenbrütlingen (ca 3-5 cm gross) besetzt. Die jungen Fische sollen lernen sich in der Wildnis zu ernähren, Verstecke zu suchen und ganz allgemein sich in der Natur zu verhalten.

Die Vereine überwachen während des Sommers den Wasserstand. Sollte dieser ungenügend werden, müssen die jungen Tiere durch Elektroabfischen entnommen  und in andere Fliessgewässer mit besseren Voraussetzungen verbracht werden.

Im Herbst, nach einer kurzen Wachstumsperiode, wenn die Fische nun 10-13cm messen, werden sie abgefischt und in Fliessgewässer, die für die Patentfischerei geöffnet sind, ausgesetzt.

Im Kanton Freiburg wird ein Teil der Patentgebühren für die Wiederbevölkerung eingesetzt: es werden vor allem Sömmerlinge (7-12 cm) aus verschiedenen Fischzuchten gekauft und im Winter in für die Patentfischerei offenen Fliessgewässer eingesetzt. Diese Fische haben aber generell eine geringe Überlebenschance.

 

Zwei wichtige Definitionen:

· Brütlinge sind sehr junge Fischlein, die dem Besatz von Teichen, Seen und Flüssen dienen

Sömmerlinge: sind Forellenbrütlinge, die während eines Sommers gewachsen sind und dienen der Wiederbevölkerung von Fliessgewässern.

 

Zukunft

Die Wiederbevölkerungspraxis wird in unserem Kanton in naher Zukunft wichtige Änderungen erfahren. Die Optimierung und die Erfolgskontrolle dieser Programme wird eine Priorität der Arbeitsgruppe „Aufzucht“ des Verbandes.

Ziel der neuen Wiederbevölkerungspolitik ist die Verbesserung der Bedingungen an den Bächen, Flüssen und Seen. Dadurch sollen zunehmend Resultate wie bei der Naturverlaichung erzielt werden (bessere Resistenz der Fische gegen Krankheiten, gegen Angriffe der Fischfressenden Vögel und schliesslich geringere Kosten für die Vereine und den Staat).

 

 

François Tiefnig & Herbert Affentranger

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