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Case postale / Postfach 110 1702 Fribourg / Freiburg CH |


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Eine verantwortliche Fischereibewirtschaftung Versetzen wir uns einen Augenblick in die Lage der nomadisierenden Stämme in der Nähe der Ufer der Saane vor einigen tausend Jahren: Es ist wahrscheinlich, dass diese Männer und Frauen noch vom Sammeln und Jagen lebten. Sie hatten noch die Gelegenheit sich von Lachs (Salmo Satar)zu ernähren, nachdem diese hunderte von Kilometern den Flüssen und Bächen gefolgt sind, um dann in den Geburtsbächen des Einzugsgebietes der Saane zu laichen. So hielten diese Fische den Lebenszyklus ihrer Art seit der letzten grossen Eiszeit aufrecht.
Nehmen wir uns auch die Zeit uns vorzustellen, wie der Kanton Freiburg vor einigen Jahrhunderten aussah mit seinen grossen, wilden, durch die Kraft der Natur geformten Weiten, die denen ähnlich waren, die man noch Kanada, Alaska oder Sibirien findet. Es ist nicht so lange her, als die Umwelt des Kantons Freiburg noch nahezu intakt war, bevölkert von ein paar tausend Menschen, die sich in den entlegenen Dörfern gruppierten und durch kleine Waldwege miteinander verbunden waren.
Bis Heute haben sich durch die Industrialisierung und die intensive Landwirtschaft sowie wegen des Bevölkerungswachstums tief greifende Veränderungen der ursprünglichen Landschaft des Kantons Freiburg ergeben. Ein intensives Netzwerk asphaltierte Verkehrswege haben einen großen Teil des Waldes verdrängt und die kleinen Dörfer der Vergangenheit wurden zu Ballungsräumen der Menschen. Um sich auf dieser Oberfläche sicher ausbreiten zu können, hat man einen grossen Teil der Fliessgewässer in den Ebenen und Bergen eingedämmt. Um den für den modernen Lebensstil notwendigen Strom zu produzieren, wurden für die Fische unüberwindliche Dämme, Wehre und andere Hindernisse erstellt.
Die Wissenschaft und die chemische und petrochemische Industrie erfinden und entwickeln immer neue Produkte, die die Weiterentwicklung der Industrie erlauben, die uns den Alltag verbessern und die uns älter werden lassen. Diese Innovationen leisten jedoch auch einen Beitrag zur Umweltverschmutzung. Heute sieht man dies: Beweise sind die globale Klimaerwärmung und auf lokaler Ebene die kürzliche Entdeckung der Vergiftung der Saane mit cPCB (polychlorobyphényles dioxinähnlichen). Innerhalb des FVF ist die Gruppe, die für die fischereiliche Bewirtschaftung zuständig ist, davon überzeugt, dass die Kontinuität der Fischereitätigkeiten nur gewährleistet werden kann durch den Schutz, die Erhaltung und die Revitalisierung der beeinträchtigten freiburgischen Flüsse und Seen. Dabei soll der Fischbestand durch maximal mögliche Naturverlaichung gewährleistet werden. Diese Gruppe besteht aus nicht weniger als 7 Personen, welche sich durch einen starken Willen zur Förderung der Fischerei in einer optimalen Umwelt auszeichnet und alles tut, um diese zu fördern und zu verbessern. Diese Gruppe steht den Fischern und den Fischereivereinen des Kantons Freiburg, die die Umweltbedingungen in ihrem Sektor der Fischerei verbessern wollen (Bäche, Flüsse, Teiche und Seen) zur Verfügung. Sie bietet wo nötig Hilfe an, sei es durch ein Projekt oder sei es durch die Anregung einer Studie oder Untersuchung durch das Amt für Wald, Wild und Fischerei des Kantons Freiburg zwecks Genehmigung und/oder Antrag auf Finanzierung.
Die Gruppe für die fischereiliche Bewirtschaftung umfasst drei Bereiche, kann aber für eine Studie oder für ein Projekt ausgebaut werden. à Naturverlaichung à Revitalisation à Kantonale Aufzucht Die Gruppe erstellt außerdem jedes Jahr den Plan für den kantonalen Besatz der Patentfliessgewässer (Der Besatzplan für die See, die für die Patentfischerei offen sind, wird durch den Kanton erstellt).
Eine Nachhaltige Fischereibewirtschaftung für freiburgische Flüsse und Seen Mittelfristige und langfristige Zukunftsperspektiven
1 Prioritäten Schützen der potentiell gefährdeten oder vom Aussterben bedrohten Arten (Forelle, Äsche, Nase etc.) und Stärkung der wildlebenden Pobpulationen durch Naturverlaichung Brechen des Refleesx des systematischen Besatzes mit Fischen aus der Aufzucht
2 Revitalisierung der Wasserläufe : Mittelfristig Wiederherstellung der Wasserläufe so naturnah wie möglich Restwassermengen Rückbau von unnötigen Dämmen Rückbau von unüberwindlichen, unnötigen Schwellen Aufwertung von Gewässerabschnitten, damit sie der Naturverlaichung dienen können
3 Revitalisierung der Wasserläufe : Langfristig Kampf gegen künftige morphologische Schäden Kampf gegen chronische Verschmutzungen. Kampf gegen chemische oder organische Substanzen, die direkt oder indirekt in die Wasserläufe geleitet werden.
4 Sicherstellen des Lebenszyklus der Fische durch Naturverlaichung Die Naturverlaichung muss in der fischereiliche Bewirtschaftung als nachhaltige Methode privilegiert behandelt werden. Revitalisationen der Fliessgewässer unterstützen sie und dienen der Erhaltung aller Arten von wilden und einheimischen Fischen.
5 Besatz nur in sehr beeinträchtigten Fliessgewässern Der Besatz mit Fischen aus der Fischzucht muss ein Notbehelf bleiben und zwar nur dort wo eine natürliche Population oder Vermehrung langfristig unwahrscheinlich oder unmöglich ist.
6 Die Schlüssel zum Erfolg bei der fischereilichen Bewirtschaftung Die Zukunft des Fisches und der Fischerei im Kanton Freiburg: gesichert durch die Revitalisierung der Wasserläufe und die erfolgreiche Naturverlaichung
Angelo Apperti |

